
Platz 1: Owen Pallett – Heartland
Nach zwei Alben unter dem Pseudonym Final Fantasy spielte der Kanadier unter seinem eigenen Namen ein Album ein, bei dem die konzeptuelle Geschichte zweitranrig war. Viel stärker wirkte die von einem tschechischen Orchester und im Anschluss von Pallett elektronisch bearbeitete Musik, feingliedrig, vielschichtig, komplex und zugleich eingängig. Der Gesang des 29jährigen wirkt da wie ein weiteres Instrument; es mag nicht die stärkste Stimme sein, für diesen Sound aber ist sie genau die richtige.
Platz 2: Delphic – Acolyte
Wer das Trio als New-Order-Epigonen abtat und deshalb links liegen ließ, machte es sich zu einfach. Viele Bands haben schon versucht, wie die Elektronik-Urgesteine zu klingen und sind daran gescheitert. Dem Trio aus Manchester gelang in diesem Jahr das Kunststück und im gleichen Atemzug transportierten sie den Sound ins Jahr 2010, flirrend, elegisch, tanzbar. Ein Album wie ein Rausch, nicht zuletzt dank des Produzenten Ewan Pearson.
Platz 3: Kanye West – My beautiful dark twisted fantasy
Viele Sympathien hatte der Rapper mit seinen letzten beiden Alben und vor allem seinem Auftritt bei den Grammys verspielt, kaum jemand ihn noch auf der Rechnung. Zum Jahresende führt er einen Großteil der Jahreslisten an – dank eines Albums, das mit einer beeindruckenden Gästeliste auffährt, vor allem aber den Wagemut, sich musikalisch zwischen HipHop, R’n'B und Pop, nein, nicht zu setzen, sondern meterhoch zu stellen und die Messlatte für alle drei Genres um einiges hoch zu legen. Das erinnert an Michael Jackson in den 80ern.
Platz 4: The Roots – How I got over
Knapp zwanzig Jahre im Musikgeschäft, die Schule als Backingband einer Late-Night-Show und die Samples zeitgenössischer Folkacts wie Joanna Newsom, Bon Iver und Monsters Of Folk sind die Zutaten für dieses beeindruckende Album, mit dem The Roots sich selbst eine Frischzellenkur verpassten. Wie beeindruckend das Schlagzeugspiel von ?uestlove und die Raps von Black Thought sind, mussten sie nicht erneut beweisen. Sie haben es natürlich dennoch getan.
Platz 5: Gonjasufi – A sufi & a killer
Ein Yogalehrer aus Las Vegas, der mit Anfang 30 aussieht wie Anfang 50, nimmt mit Hilfe des Produzenten The Gaslamp Killer eines der überraschensten Debüts des Jahres auf. Genuschel, Gewimmer, Geraune unterlegt von grollenden, schleifenden Beats. Transzendaler war kein Album dieses Jahr.
Platz 6: Marina & The Diamonds – Family jewels
Überkandidelt? Theatralisch? Na klar! Und hinter dieser Fassade führt die griechisch-stämmige Britin einen berührenden Seelenstriptease auf, den man erst beim zweiten oder dritten Hören entdeckt, weil der leichtfüßige Pop dazu Nebelbomben wirft.
Platz 7: CocoRosie – Grey oceans
Drei Alben lang boten die beiden Schwestern neben einigen großartigen Songs ihren Hörern viele Fingerübungen und Halbgares. “Grey oceans” hingegen klingt wie aus einem Guss, mit Songs, die allesamt zu Ende gedacht wurden. Ein französischer Pianist ist nun mit an Bord, Fahrradklingeln und Kinderkeyboards als Instrumentarien aussortiert, das Potential an Merkwürdigkeiten bleibt dennoch hoch, nur das Nervpotential wurde runter gefahren.
Platz 8: Plan B – The defamation of Strickland Banks
Ein Rapper wird zum Schwiegermutterliebling, der der ganzen Familie feinsten Soul singt. Das hinter den Mitsing-Melodien eine Geschichte vom unschuldhaften Gefängnisaufenthalt lauert, lässt sich da leicht überhören. Angeblich wurde dem Sänger der Krawattenknoten aber zu eng: zum Leidwesen seines Labels will der Brite demnächst wieder ein HipHop-Album aufnehmen.
Platz 9: The Morning Benders – Big echo
Wer ruft da Grizzly Bear? Nur weil deren Chris Taylor das Album produziert hat? Daber hat Frontmann Christopher Chu auch an den Reglern gesessen, vor allem aber diese großartigen Songs geschrieben. Der sieht wie seine Bandkollegen aus, als müsste man ihm noch Pausenbrote schmieren. Das soll keine Verunglimpfung sein, sondern hoffentlich ein Versprechen für viele weitere tolle Platten.
Platz 10: Big Boi – Sir Lucious left foot
Die halbe Welt wartet auf ein Soloalbum von Andre3000. Und die andere Hälfte? Freut sich über das seines Bandkollegen Big Boi. Nachdem sie als Outkast schon ein Doppelalbum vorlegten, das eigentlich aus zwei Soloalben bestand, überzeugt der Rapper aus Atlanta nun mit seinem offiziellen Solodebüt und Hits wie “Shutterbugg”, “Tangerine” und “Turn me on”. Andre3000 durfte auch im Studio vorbei schauen und ein paar Zeilen ins Mikrofon rappen.


Sie springt einen an. Die Präsenz von Barbara Panther im Video zu “Empire” und mit ihr die Parallelen zu Björk. Nicht nur die stimmlichen, auch die Produktion erinnert an die Isländerin. Um viele Ecken muss man nicht linsen, um auf die gemeinsame Schnittstelle zu stoßen: Matthew Herbert. Der Avantgarde-Musiker produzierte und remixte in der Vergangenheit für Björk und zeichnet sich nun für den Sound auf der Debüt-EP der Wahl-Berlkinerin Barbara Panther verantwortlich.




Schon klar, die meisten sind im Sommer auf den Festivals unterwegs und benötigen die Zeit dazwischen dringend für die Regenerierung und Restaurierung. Aber genauso klar ist, dass Ausnahmen erlaubt sein müssen und für CocoRosie sollte man unbedingt eine machen. Die beiden Casay-Schwestern haben bereits im Mai